Die höfische Musik dominierte zu dieser Zeit das Geschehen. In relativ kleinem Rahmen wurden Konzerte veranstaltet. Höchstens 2-300 Erlauchte waren das Maximum an Zuhörern bei musikalischen Darbietungen.

Doch das Interesse einer breiter werdenden Zuhörerschaft stieg und das Klavier sollte lauter werden, um die größeren Säle, welche zeitgleich errichtet wurden, zu füllen. Daher wurden Metallstreben verwendet, um eine höhere Saitenspannung zuzulassen und die Mechanik mußte natürlich dazu im Verhältnis robuster gebaut werden.

Die Anforderungen an das Klavier stiegen und das Bürgertum entdeckte das Klavier für die Hausmusik. Einige Firmen spezialisierten sich darauf, den nun schon zahlreicheren Klaviermachern Vorprodukte zu liefern.

Aufrechte, platzsparende Modelle wurden entwickelt, es entstanden sogenannte Giraffenklaviere: Im Prinzip hochgestellte Flügel, die Vorläufer der heutigen Pianinos. Der Tonumfang wurde erweitert von 5 bis 6 auf nunmehr 7 bis 7 1/4 Oktaven. Um 1850 wurde dann der gesamte Pianofortebau industrialisiert. Es gab wahrlich einen Boom und auch die Entwicklungen blieben nicht stehen.

So war vor 1880 das Klavier, wie wir es heute kennen, schon erfunden: Mit einer dicken gußeisernen Panzerplatte versehen und einer Mechanik, die keine Wünsche mehr offen ließ. Ja sogar im Zusammenklang mit einem Orchester von über hundert Mann konnte jetzt das Klavier dominieren.

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1. Klaviergrundlagen
1.1.3 Historie
Giraffenklavier (Aufrechter Flügel) Modell bereits aus dem 19.Jhdt.
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Anreise ins Pianohaus Dornbirn